Stefanie Schulte-Rolfes In weiter Ferne so nah! Was sind wir gesegnet. Auch unter der GNADE dürfen wir gehen, auf dass uns manche Dinge wie Erdbeben oder Hunger noch erspart bleiben. Dankend können wir uns dem JETZT zuwenden. Plötzlich Weihnachten. Was spüren wir von diesem weihnachtlichen Segen? Inmitten all des Trubels und den inneren Fragen nach einer Lösung all unserer Probleme, all unserer Wut und Resignation. Gott ist mitten unter uns ohne IRRE zu werden. Wir sind auf dem Weg. Da soll plötzlich eine uralte Geschichte den Menschen Hoffnung und Halt geben. Wie war das mit Maria? Was hat sie wirklich in ihrem Herzen bewegt, nachdem der Engel ihr erschienen war? Sie sollte ein Kind bekommen. Gottes Sohn! Wie muss sich Maria gefühlt haben, nach so einer Offenbarung? KYRIELEISON. Ein kleines Wesen in einer Futterkrippe soll die Schuld der Welt abtragen, und uns alle erlösen, nachdem die Welt schon einmal verloren war. Jedes Jahr, immer wieder. Ich bin nicht sicher wie verloren die Welt noch sein muss, wenn wir uns nicht jetzt endlich an die Seite der Kinder stellen. Ich steh an deiner Krippen hier, heißt es in dem Lied von Paul Gerhard: "Nehmt weg das Stroh, ich will mir Blumen holen, das meines Heilands Lager sei, auf lieblichen Violen, mit Rosen, Nelken, Rosmarin. Aus schönen Gärten will ich holen, von oben her bestreuen." Ja, wir haben Weihnachten. Die heiligen drei Könige sind noch längst nicht angekommen an der Krippen hier. Kamen sie denn von so weit, sprich: USA, Russland, China? Sind sie überhaupt schon auf dem Weg? Können wir wirklich behaupten die Himmels-Brücken seien für die Kinder der Zukunft so gebaut, als dass sie uns Völker und Kontinente, deren Vereinigung und den großen Frieden näher bringen, als uns in Wahrheit lieb ist? Da sind reißende Flüsse voll trüben Wassers und hohe Wellen in den Ozeanen des Schlag-abtausches und der Schlagfertigkeiten und tiefe Ströme unüberwindlicher Feindschaft in dieser, unserer Welt, die uns täglich einfach so um die Ohren gespült wird! Da sind Terroristen und Faschisten und Steuerfahnder und Parolen im Wind, im Nebel und in den Grauzonen des Internets. Da sind Bomben und Flugzeuge mit Touristen die in die Sonne fliegen und Schiffe voller Flüchtlinge und viel Schicksal auf verbrannter Erde. Im Namen Gottes, schreit es aus allen Himmelsrichtungen und wehe dem, der da kommt im Namen eines anderen Herrn! Genau das wollen wir zu Weihnachten aber nicht wissen. Sondern uns in scheinheiliger Freude an eine Krippe stellen deren Inhalt uns in heutiger Zeit zwar lebendig dargestellt wird, damals aber mehr war, als ein nettes Krippenspiel der Konfirmanden oder ein von drapierten Putten beleuchteter Beichtstuhl. Es geschah ein "wahres" Wunder mit allem was dazu gehört. Zwei Menschen, Maria und Josef, ist ein Engel erschienen. Kurz darauf mussten sie eine lange beschwerliche Reise antreten. Auf einem Esel, Maria, und Josef tapfer zu Fuß, neben ihr. Eine Kraftprobe für jeden einzelnen von ihnen, und sicher oft an der Grenze ihrer Liebe füreinander. Maria war schwanger, angewiesen auf den WEG, was immer sich ihnen auch in die Quere stellte, damals vielleicht wilde Tiere oder Wegelagerer. Es war ein beschwerlicher, langer Weg. 200 km, zu Fuß in eine ungewisse Zukunft. Maria und Josef verließen sich auf Gottes Gnade, denn ihnen war ein Engel erschienen. Sicher waren sie für damalige Verhältnisse, allein vom Altersunterschied her, ein bemerkenswertes Paar. Josef ein gestandener Zimmermann mit ergrautem Haar und seine jugendliche Freundin in zartem Glanz neben ihm, als ob sie alles schon geahnt hätte. Sie hatten sich, und eine feste innere Gewissheit: zueinander stehen , miteinander gehen, unter Gottes Segen, wenn ich das mal so sagen darf. Denn immerhin ist die göttliche Gnade ja der Dreh und Angelpunkt, denn Gott holt hervor was vergangen ist. Schließlich ist Weihnachten. Wir, in der heutigen Zeit nehmen kaum noch Segen wahr. Es macht sich niemand auf den Weg ihn zu finden. Er soll sich im alltäglichen Kleinkram verstecken und uns weitgehend in Ruhe lassen. Wer glaubt schon noch an Wunder? Die Stimme des Herzens, wovon in den letzten Jahren so oft gesprochen wird, ist nur in gewaltiger Stille zu vernehmen. Wenn wir uns auf Stühlen jeglicher Kategorie zurücklehnen, nach einem schweren Tag oder einfach erschöpft sind, möchten wir gar nicht wissen, was oder wer die Welt regiert und uns eine Hiobsbotschaft nach der anderen um die Ohren schleudert. Das hochheilige Paar wurde unfreundlich behandelt in der Stadt Davids, die da heißt Betlehem (Brotstadt). Auch wenn Wissenschaftler seit geraumer Zeit bezweifeln, dass sich das große Ereignis tatsächlich hier zugetragen hat. Jedenfalls wollte niemand solche verwahrlosten und armen Menschen beherbergen. Heute nennen wir Obdachlose und Freaks, Punks und andere Volksgruppen A-Sozial. Sie passen nicht in das Bild von weihnachtlicher Freude. Klar, Bettler und Ausländer und demnächst noch mehr Arbeitslose tun uns in gewisser Hinsicht leid, aber wir sperren auch alle Türen zu, und hoffen das keiner klingelt. Es ist Weihnachten und in Wahrheit wollen wir alle "gut" sein und unsere Ruhe haben und nicht in Kriege ziehen müssen und schon gar nicht über Flüchtlingsprobleme nachdenken. Trotzdem geschah es, dass sich Weise aus dem Morgenland aufmachten, weil sie einen Stern sahen den es vorher nicht gegeben hat. Sie sind diesem Stern gewissenhaft gefolgt und haben das Kind gefunden, was der Erlöser sein würde, einen noch kleinen König! Welchem der unendlichen Sterne am Himmel könnten wir vertrauen, wenn wir unseren Blick einmal emporheben? Da sind die einen oder anderen Kometen in den letzten Jahren knapp über uns hinweggeflogen und sicher hatten wir auch heimliche Ängste ein solcher Komet könnte einmal die Erde treffen und zerstören. Was war mit den Hirten? Sie waren wahrscheinlich ziemlich von den Socken, als ein Engel zu ihnen sprach: Fürchtet euch nicht! Hatten sie eine Vision, eine Erscheinung? Sie waren als armes Hirtenvolk großem Misstrauen ausgesetzt. Deshalb hielten sie zusammen und machten sich ebenfalls auf den Weg den der Engel beschrieben hatte. Die Nacht der Nächte war angebrochen. Überall breitete sich ein unwahrscheinlicher Glanz aus. Es wehte kein Windchen, es war still, und alle die den Weg zur Krippe antraten hatten ein unbestimmtes Gefühl. Wir spüren da auch heute noch etwas, was uns insgeheim umtreibt, weshalb wir gerade zu Weihnachten in die schön beleuchteten Kirchen kommen. Wir wollen doch auch, trotz unserer religiösen Entfremdung, dieser Geschichte horchen. Die Geschichte von der Geburt eines Kindes, was uns mit aller kindlichen Neugier entgegenleuchtet. Ein kleiner, in Windeln gewickelter, süßer Junge in einem Stall, umringt von Schaf und Esel und Ochse und Mama und Papa, bringt uns etwas Trost, etwas Wärme, etwas Zuspruch. Was wollen wir aus diesem Geschehenen, neu entdecken? Stille Nacht, heilige Nacht. Plötzlich Weihnachten. Was schenk ich wem? Wie gestalte ich eine Weihnachtskarte? Nehme ich ein 10 er Pack mit Kerze und Krippe von Aldi, oder streu ich noch Goldsternchen auf schwarzen Karton und schreibe mal was Persönliches mit silbrigem Stift? Sollen es ausgesuchte Pralinen sein oder schenk ich die, die sie mag? Bloß nicht die Oma vergessen und Tante Gertrude. Die sind so einsam und freuen sich über alles. Die ja, und die auch. Die! Vielleicht bringe ich der Frau Förster mal ein nettes Blümchen vorbei. Eine Christrose für Herrn Schmidt, der hat mir im Sommer Tomaten aus dem Garten geschenkt. Den Nachbarn nicht zu vergessen. Er war so freundlich beim Auto anschieben. Was ist mit Irene, meiner alten Freundin. Sie meldet sich nicht. Ich schick ihr ein Buch von der Hausfrauenrevolution. Nun, die Wunschzettel der Kinder sind schon beim Christkind. Es schaut mit gefrorener Nase durch die Tannen, bzw. durch den Häuserblock hervor. So eine Hektik. Hoffentlich passt die Hose für den Kleinen, die Markenjacke für die Tochter, eigentlich hatte sie sich Geld gewünscht. Überraschung auch für den Gatten: ein tolles Modellauto oder besser mal einen neuen Rasierapparat? Jesses Maria, Maria und Josef, Jussuf und Mareien, Jesses Jesus, muss das denn jedes Jahr so ein Stress sein? Geben wir das niemals auf uns zu beschenken, schreit es aus den beleuchteten Geschäften, den Werbesendungen, den Ansprüchen großer Kinderaugen. Warum eigentlich nicht? Vielleicht sollten wir es einfach mal lassen? Ja, und dann? Ein neuer Weg, vielleicht? Ziemlich beschwerlich, vielleicht? Ein unbestimmtes Gefühl vielleicht? Etwas wird geschehen, es ist etwas im Gange. Das kennt jeder von uns. Wir nennen es auch Intuition. Ein waghalsiges Unterfangen, wenn diese Form der Wahrnehmung unseren Alltag bestimmen würde. Wir müssten uns permanent dem Zufall überlassen, den es gar nicht gibt. Wir könnten mit viel weniger Komfort auskommen, der uns einengt und daran hindert eigene Wege zu gehen. Wir würden jedes Buch lesen was uns in die Hände fällt und den Besuch guter Freunde der Arbeit vorziehen. Wirtschaft und Politik wären am Ende. Vor allem aber, wir hätten wieder eigene Geschichten die wir mit viel Zeit und Ruhe den Kindern erzählen könnten, z.B. die Geschichte von Maria und Josef oder den Herdmanns., den schlimmsten Kindern aller Zeiten, die es geschafft haben ein Krippenspiel mit den Hauptrollen zu besetzen. Mein unbestimmtes Gefühl sagt mir, dass wir weniger Fern-Sehen, statt dessen Nah- Sehen werden. Eine Vision wie ein fremder Stern. Plötzlich Weihnachten. Geben wir es niemals auf, uns zu beschenken. Egal wie. Es fällt uns schon was ein. Geben wir uns diese Stunde oder diesen Abend das Gefühl zu Schenken und beschenkt zu werden. Hinterfragen wir es auch nicht, weder aus Unglauben noch aus fester christlicher Sicht, weil alle Welt so arm ist und so weiter. Die Geste ist so wichtig und so schön. Die Freude und die versteckten Hinweise und auch die Sehnsucht hinter jeder Verpackung. Lassen wir uns Überraschen, lassen wir uns einfach auf die Möglichkeit ein, überrascht zu werden. Annehmen und weitergeben und Freude sind in diesen Tagen zu dieser Stunde, wo wir feiern, ein Zeichen der Annäherung. Sind ein Zeichen der Annäherung? Und wenn Sie kritisch gefragt werden, warum ausgerechnet zu Weihnachten? Dann antworten Sie: Wir haben alle Tage zu Essen, wir haben alle Tage ein Bett, wir haben alle Tage die Sicherheit des Wetterberichtes und auch noch einmal Weihnachtsgeld bekommen, aber wir haben nur einmal die Gelegenheit Gott und sein Wort zu hören: denn es ist geboren der Friede, denn es ist geboren die Freundschaft, denn es ist geboren die Liebe. In weiter Ferne so nah, aber wir sind auf dem Weg! Aprikosencreme mit Sesamkrokant, Creme fraiche und Garanatapfelkernen Für 4-6 Personen. Aprikosencreme: 300g getrocknete Aprikosen 500 ml warmes Wasser 1/2 EL. Honig 2 EL Zitronensaft abgeriebene Schale von 1/2 unbehandelten Zitrone 6 EL Creme fraiche oder Joghurt 1 Granatapfel, einzelne Kerne Sesamkrokant: 50 g ungeschälte Sesamkörner 1 EL Honig Aprikosencreme: Die getrockneten Aprikosen abwaschen, in warmen Wasser 1 Stunde einweichen lassen. Die eingeweichten Aprikosen mit dem Einweichwasser zum Kochen bringen, Honig, Zitronensaft, abgeriebene Zitronenschale hinzufügen und 20-30 Minuten zu einer dicken Creme einkochen, öfters umrühren, die Creme brennt leicht an. Die Masse durch ein Sieb streichen oder im Mixer pürieren. Kalt stellen. Wenn Ihr es nicht so süß mögt, den Honig weglassen. Sesamkrokant: Die Sesamkörner in einer kleinen trockenen Pfanne unter Rühren anrösten, bis die Körner anfangen hochzuspringen. Den Honig unter die heißen Sesamkörner mischen. Die Masse auf einem Teller glatt streichen und kalt werden lassen. Nach 2 Stunden läßt sich das Krokant in Stücke schneiden. Pro Person auf einen Dessertteller 2 EL. Aprikosencreme geben, darauf kommt 1 EL. Creme fraiche oder Joghurt. Darüber werden 2 EL. Granatapfelkerne und einige Krokantstücke gestreut. Sesamkrokant ist eine herrlich, süße Knabberei, die Kinder leicht selbst machen können! |
|||