Dorothee Sachinian Es weihnachtet sehr Die Online-Ausgaben im Weihnachtsgeschäft ganz Europas belaufen sich auf ungefähr 7,6 Milliarden Euro. Dies bedeutet eine Steigerung um 4 Milliarden, also 86%. Bröselt man die Ausgaben der Deutschen ein bisschen genauer auf, erhält man folgendes Ergebnis: Ca. 20% der Leute werden bis zu 100 Euro ausgeben. 36% zwischen 100 und 250 Euro 27% zwischen 250 und 500 Euro 13% mehr als 500 Euro Eine Wahnsinnsmenge an Geld! Gleichzeitig geben 78% der Deutschen an, dass Weihnachten zu einem kommerziellen Rummel verkommen ist. 48% finden, dass der Geschenke-Kauf zu stressig ist. 49% aller finden, dass es nicht mehr so schön ist, wie früher und 29% denken, dass das Weihnachtsfest zu viele familiäre Verpflichtungen mit sich bringt. 40% der Deutschen haben sich für das Fest 2004 vorgenommen, nicht mehr so viel Geld auszugeben, wie noch 2003. 50% tendieren dazu, genauso viel auszugeben, wie letztes Jahr und ungefähr 2% sind noch unentschieden, wie sie es handhaben werden. Das ist heute. Und das war gestern: Die spannende Zeit fing für uns Kinder mit der Adventszeit an. Am ersten Advent fanden wir morgens den Adventskalender vor, der mit kleinen Schokostückchen gefüllt war. Das Haus wurde weihnachtlich geschmückt und es kam vor, dass ein Engelchen schon mal eine bunt eingepackte glänzende Schokokugel bei uns vor dem Bett verlor, als es nachsah, ob wir artige Kinder seien. Der erste Advent wurde mit dem ersten Kerzchen auf dem Kranz gefeiert und die Familie traf sich wenigstens an diesen Sonntagnachmittagen, um gemeinsam Nüsse knackend und erzählend am Tisch zu sitzen. Der Nikolaustag war eine weitere Sprosse auf dem langen Weg, der mit Süßigkeiten und Liedern gefeiert wurde. Er klopfte auch schon einmal persönlich an die Tür, um etwas davor zu stellen. Oft sahen wir auch nur einen roten Stoffzipfel des heiligen Mannes um eine Ecke verschwinden, denn er hatte ja noch andere Kinder zu besuchen. Heilig Abend begann immer mit der Christmette. Entweder die für Kinder, welche nachmittags war oder die, die wir, wenn wir dann schon etwas größer waren, nachts besuchen durften. Danach kam das große Essen, was wir vor lauter Ungeduld kaum vernünftig herunterbekamen. Die große Bescherung war, das, worauf wir Kinder immer am meisten gewartet haben. Wir packten viele kleine und große Geschenke aus. Diese Nacht war immer die längste und wir kaum ins Bett zu bekommen. Die 2 Tage danach verbrachten wir immer bei gutem Essen im Kreise der Familie. Die Nachmittage waren kaum angebrochen, dann sind wir zu den Nachbarskindern gezogen, um zu sehen, was es für Geschenke gab. Später kamen sie zu uns, um auch mit uns zusammen mit den neuen Sachen zu spielen. Bevor es dann dunkel wurde, ging es ab in den Schnee: Mit oder ohne Schlitten, mit Plastiktüten oder Farbeimerdeckeln und Gleitschuhen, vertrieben wir uns die Zeit, bis es dunkel wurde. Oder wir waren so durchnässt und eingefroren, dass wir die Hosen gefroren in die Ecke stellen konnten und von den Haaren der Pony in Eiszapfen vor den Augen baumelte. Wir verbrachten die ganzen Weihnachtsferien mit Spielen und draußen Toben. Den Silvesterabend verbrachten wir immer in der Familie und um 12h nachts trafen wir uns mit den Nachbarn draußen beim Feuerwerk. Danach wurde bei uns oder in einem anderen Haushalt weitergefeiert, um das neue Jahr zu begrüßen. Zu diesen Zeiten meiner Kindheit, an die ich mich am liebsten erinnere, gehören auf jeden Fall Choco Crossies. Da es die damals noch gar nicht zu kaufen gab, stellten wir sie selber her. - Und sie hießen auch noch nicht so. Als das Rezept eines schönen Tages bei uns hereinschneite, von einer Freundin meiner Mutter weitergegeben, da meinte diese augenzwinkernd auf die Frage meiner Mutter, wie dies Rezept denn überhaupt heiße, weil ihr die Überschrift fehlte: NONNENPFÜRZCHEN! Man nehme: 200 gr. Cornflakes 250 gr. Palmin 2 Tl Nescafe 1 Päckchen Vanillezucker 250 gr. Puderzucker 100 gr. Kakao etwas Rum Man verrühre trocken Zucker, Kakao und Nescafe. Man schmelze das Palmin und rühre nun kräftig die zubereitete Mischung ein und gebe ein paar Spritzer Rum dazu. Wenn eine sämige dunkelbraune Masse entstanden ist, die Cornflakes dazugeben und mit einem kräftigen Kochlöffel solange rühren, bis auch sie eine kräftige braune Farbe angenommen haben. Jetzt mit zwei Teelöffelchen kleine Nonnenpfürzchen auf ausgelegtes Butterbrotspapier legen. Nun nur noch gut abkühlen lassen und dann auch kühl in Dosen lagern, damit sie nicht wieder einschmelzen. |
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